Flüchtlingskinder in Bad Sobernheim freuen sich über Filmerlebnis

Einmal einen Film wie im Kino gucken – dieses Erlebnis konnten Flüchtlingskinder in Bad Sobernheim bei der interkulturellen Filmwoche genießen. An drei Tagen zeigte die Öffentliche Bücherei in der Grundschule und im Evangelischen Gemeindehaus deutsche Kinderfilme. Über 65 Besucher kamen, um sich im Dunklen auf der großen Leinwand von beliebten Kinderbuchfiguren, wie Hexe Lilli oder dem kleinen Gespenst, verzaubern zu lassen.

Die Filme sind eine besondere Art der Sprachförderung und ein Angebot des Goethe Instituts. Einrichtungen, die mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen arbeiten, können diesen sogenannten Filmkoffer (http://www.bjf.info/projekte/cinemanya) ausleihen. Gezeigt wurden die Filme mit Untertiteln der Herkunftssprachen der Flüchtlinge. Die Sprachförderlehrerin der Grundschule Bad Sobernheim, Regine Müller, hat sich mit den Kindern auf die Filme vorbereitet. Gemeinsam haben sie die Bücher zu den Filmen gelesen und dazu Sprach-  und Schreibübungen gemacht. Auch nach den Vorführungen wird sie die Filme mit den Kindern besprechen und nachbereiten. Mit den Mal- und Bastelaktionen werden somit Textverständnis und Wortschatz erweitert.

Regine Müller, die auch als Lesepatin im Projekt Sprachräume für die Öffentliche Bücherei tätig ist, findet es toll, dass solche Aktionen angeboten werden. Und auch für die Kinder war die Filmwoche etwas Besonderes: Kaum eines von ihnen hat jemals ein Kino besucht. Auch wenn das lange Stillsitzen für einige anstrengend war, wollten die Kinder die Büchereileiterin Elke Zedlitz gar nicht mehr gehen lassen. Am liebsten hätten sie noch weitere Filme gesehen. Diese Woche vergessen die Flüchtlingskinder in Bad Sobernheim nicht so schnell, denn so macht Lernen richtig Spaß.

Text und Fotos:
Judith Schumacher